Villa Poggio Salvi di Montalcino

August 30th, 2010 von Sébastien Gavillet

Nachdem wir durch die malerische Landschaft des Val d’Orcia in der Toskana gefahren waren, erreichten wir den Eingang von Montalcino. Auf einem Hügel gelegen, bietet Montalcino einen fantastischen Ausblick auf die umliegende Region. Anstatt durch den Ortseingang zu fahren, bogen wir links ab und fuhren über eine Schotterstraße zur Grenze des Weinbaugebiets von Montalcino. Nach einigen Kilometern erreichten wir unser Ziel: Poggio Salvi di Montalcino, die Heimat des rennomierten italienischen Weinproduzenten Villa Poggio Salvi. Auf unserem Weg durch die Länderei, konnten wir die Weinberge und die Lavendelbüsche sehen, welche die Weinberge des Anwesens umsäumen. Wir besuchten den Keller des Anwesens, den Fässerraum, in dem die Weine je nach Weinart bis zu 3 Jahren lang reifen, und den Rest der Weinproduktionsstätten des Anwesens. Wir konnten außerdem den privaten Verkostungsraum genießen, welcher einen spektakulären Ausblick über die Weinberge und die angrenzenden Lavendelfelder bot. Die Weine, die wir verkosteten, übertrafen unsere Erwartungen – jeder einzelne. Villa Poggio Salvis Ziel ist es, traditionelle italienische Weine für neue Weltmärkte zugänglicher zu machen; daher werden Villa Poggio Salvi Brunellos früher geöffnet als traditionelle  Brunellos.

Villa Poggio Salvi: Ländereien

Villa Poggio Salvi besteht aus zwei Anwesen: Poggio Salvi in Montalcino (die Länderei, die wir besucht haben) und Casavecchia in Monteriggioni. Beide Ländereien eignen sich ideal für den Anbau von Weintrauben.  Der Boden ist reich an Mergel, während Wind vom  Thyrrenischen Meer für Belüftung sorgt, was Fäulnis und anderen Weinkrankheiten vorbeugt.

Poggio Salvi di Montalcino: Poggio Salvi befindet sich auf  einem Hang in Montalcino und ist Richtung Tyrrhenisches Meer (Mar Tirreno) ausgerichtet. Diese einzigartige Lage in Verbindung mit der Seehöhe (ca. 300 bis 500 Meter über dem Meer), sorgt für die frische und saubere Luft Poggo Salvis. Dies machte Poggio Salvi oder “Safe Knoll”  zu einem beliebten Zufluchtsort der Bevölkerung der Maremma Region in Zeiten der Pest und anderer Epidemien. Im Jahr 1979, kaufte Pierluigi Tagliabue das Anwesen und begann Poggio Salvi zu entwickeln. Heute ist dieses Gebiet das Headquarter von Villa Poggio Salvi und beherbergt die Anlagen für die Weinproduktion von Villa Poggio Salvi. Poggio Salvi ist außerdem die Heimat von Dr. Luca Belingardi, der für den täglichen Betrieb von Villa Poggio Salvi verantwortlich ist. Villa Poggio Salvi besitzt rund 23 Hektar Weinberge in Montalcino. Alle diese Weinberge werden mit Sangiovese Grosso Trauben bepflanzt.

Casavecchia: Monteriggioni befindet sich, wie Montalcino, auf einem Hügel und liegt auf rund 200 Metern Seehöhe.Villa Poggio Salvis Anwesen in Monteriggioni besteht aus rund 20 Hektar Weinbergen, welche mit Sangiovese und Merlot Trauben bepflanzt werden.

Villa Poggio Salvi: Weingut und Weine

Villa Poggio Salvi kennt den Wert der modernen Technolgie bei der Weinproduktion. Um die Produktivität und die Weinqualität weiter zu steigern, wurden die Anlagen für die Weinproduktion von Villa Poggio Salvi in Poggio Salvi di Montalcino in den letzten Jahren renoviert. Die Seite des Hügels auf der Villa Poggio Salvi di Montalcino liegt – sogar das Land auf dem die Villa steht – wurde im Zuge der Modernisierung extensiv ausgebaggert. Neu gebaute Strukturen sind nun in der Landschaft verstreut. Alte Gebäude und Anlagen wurden umgestaltet, restauriert oder verbessert. Villa Poggio Salvi produziert DOCG, DOC und IGT Weine.

DOCG Weine

  • Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino (Rotwein)

Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino wird in Übereinstimmung mit den Regeln für die Weinproduktion des Montalcino DOCG hergestellt. Es gibt zwei Varianten dieses Weines: Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino Annata und Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino Reserve. Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino ist 100% Sangiovese Grosso. Um diesen Wein zu produzieren, benutzt Villa Poggio Salvi nur Trauben, welche auf den besten, Richtung Südwesten ausgerichteten, Weinbergen von Montalcino geerntet werden. Die Trauben für den Reserve kommen von jenen Weinbergen, welche auf 300 bis 520 Metern Seehöhe liegen. Die Trauben für den Annata werden in den Weinbergen auf 320 bis 480 Metern Seehöhe geerntet.  Nach der Fermentierung reift der Brunello di Montalcino Reserve 40 Monate lang in slawonischer Eiche und anchließend 6 oder mehr Monate lang in der Flasche. Brunello di Montalcino Annata hingegen reift 30 Monate lang in slawonischer Eiche und 6 oder mehr Monate in der Flasche.

  • Villa Poggio Santi Caspagnolo Chianti Colli Senesi (Rotwein)

Villa Poggio Salvi Santi Caspagnolo Chianti Colli Senesi wird aus Trauben von den Villa Poggio Salvi Ländereien in Monteriggioni hergestellt. Wie der Name verrät, wird Caspagnolo aus Trauben aus der Colli Senesi (Siena) Unterregion der Chianti Weinregion und in Übereinstimmung mit den Chianti DOCG Regeln der Appellation produziert. Caspagnolo besteht zu 90% aus Sangiovese Grosso und zu 10% aus Merlot. Bevor er verkauft wird, reift Caspagnolo kurz in slawonischer Eiche und wird dann in der Flasche 3 bis 4 Monate lang verfeinert.

DOC Weine

  • Villa Poggio Salvi Rosso di Montalcino (Rotwein)

Villa Poggio Salvi Rosso di Montalcino, produziert in Übereinstimmung mit Rosso di Montalcino DOC Regeln, besteht zu 100% aus Sangiovese Grosso. Dieser Wein reift kürzere Zeit als der Brunello DOCG Wein. Genauer gesagt, reift er 12 Monate lang in slawonischer Eiche und anschließend 2 oder mehr Monate lang  in der Flasche.

  • Villa Poggio Salvi Aurico Moscadello di Montalcino (Weißwein)

Moscadello di Montalcino ist ein Montalcino DOC Wein, welcher vor Geschichte und Tradition strotzt. Dieser Wein wird in Montalcino seit dem 16. Jahrhundert produziert. Die Appellation akzeptiert drei Moscadello Weinarten: stiller Wein, Schaumwein oder Spätlese-Wein. Villa Poggio Salvi produziert die dritte Art. Villa Poggio Salvi Aurico Moscadello di Montalcino ist ein Spätlese-Wein. Dieser Dessertwein besteht zu 100% aus Moscato Bianco (Gelber Muskateller). Zuerst lässt Villa Poggio Salvi die Trauben direkt an den Reben trocknen. Mitte November werden die welken Trauben dann von Hand gepflückt und anschließend gepresst. Der Most wird in Eiche fermentiert, anschließend reift der resultierende Wein 2 Jahre lang in Eiche, danach für 6 oder mehr Monate in der Flasche.

IGT Wein

  • Villa Poggio Lavischio Toscana Rossi (Rotwein)

Villa Poggio Salvi Lavischio Toscana Rossi besteht zu 100% aus Merlot. Er wird aus Trauben von den Villa Poggio Salvi Weinbergen in Monteriggioni gewonnen. Er reift für 3 Monate in slawonischer Eiche und für 5 Monate in der Flasche.

Andere Weine

Außer den oben angeführten Weinen, produziert Villa Poggio Salvi auch die folgenden Weine:

  • Brut Rose Spumante: Dieser pinke Schaumwein wird aus Sangiovese Grosso Trauben hergestellt (100%).
  • Vaio: Dieser Rotwein, welcher in Übereinstimmung mit den Regeln der Morellino di Scansano DOCG Appellation hergestellt wird, wird aus Trauben aus dem Dorf Scansano produziert. Dieser Morellino reinsortiger Wein reift 3 bis 4 Monate lang in den Kellern von Poggio Salvi di Montalcino.
  • Vermentino: Dieser Weißwein gehört zur Toskana IGT Appellation. Dieser toskanische Weißwein wird aus Vermentino Bianco Trauben aus Scansano produziert. Er reift zuerst in Edelstahlbehältern und anschließend 2 bis 3 Monate lang in der Flasche.
  • Tosco: Dieser Toskana IGT Rotwein ist 100% Sangiovese Grosso und wird aus Trauben aus den Monteriggioni Weinbergen von Villa Poggio Salvi hergestellt. Er reift 10 Monate lang in slawonischer Eiche und 4 Monate lang in der Flasche.

Grappa

Villa Poggio Salvi produziert außerdem hauseigenen Trester Brandy oder Grappa. Wenn Villa Poggio Salvi Brunello di Montalcino produziert, werden die Traubenschalen, welche nach dem Pressen der Brunello Trauben übrig bleiben, genau kontrolliert. Nur die besten Traubenschalen werden zur Grappa-Herstellung verwendet. Diese werden in der Nannoni Destillerie innerhalb von 24 Stunden nach dem Pressen destilliert. Villa Poggio Salvi macht zwei Trester Brandy Arten: Grappa di Brunello und Grappa di Brunello Reserve. Grappa di Brunello ist ein junger Grappa, während Grappa di Brunello Reserve ein Grappa Riserva ist. Grappa di Brunello Reserve ist einfach Grappa di Brunello, welcher 4 Jahre lang in französischer Eiche gereift wurde. Das war’s für heute. Unser nächster Stopp: Tenuta Greppo – Biondi Santi.[1] Prost!


[1] Die italienischen Weinproduzenten Villa Poggio Salvi und Biondi Santi haben sich zusammengeschlossen und eine eindrucksvolle Einheit gebildet, welche sowohl die Leidenschaft der Montalcino Weinproduzenten als auch die Qualität und die Geschichte von Brunello di Montalcino und anderen Montalcino Weinen  in der Welt repräsentiert. Die Familien, welche diese beiden großartigen Ländereien betreiben, sind übrigens verwandt.

Ein Abend auf dem Biondi Santi Anwesen

August 12th, 2010 von Sébastien Gavillet

Während meiner Reise durch Italien, auf der ich ein prächtiges Weingut nach dem anderen besuchte und Winzer und  Kollegen traf, mit denen ich entweder zusammengearbeitet habe oder mit denen ich mich im Laufe der Jahre angefreundet habe, teilte mir Luca Belingardi von Poggio Salvi mit, dass er einen ganz besonderen Besuch für mich arrangiert hätte. Stellen Sie sich vor: Es war ein Besuch bei Tenuta Greppo, dem Anwesen von Biondi Santi, wo ich keinen geringeren als den großen Dr. Franco Biondi Santi traf. Im Alter von nunmehr 88 Jahren, lässt sich Dr. Franco Biondi Santo immer noch nicht das Heft aus der Hand nehmen und hat stets das letzte Wort bei der Weinproduktion auf dem Biondi Santi Anwesen. Für diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen: die Winzerei Biondi Santi stellt herausragende Weine her. Der 1955er Biondi Santi Reserve ist laut Wine Spectator einer der Top-12-Weine des Jahrhunderts – als einziger italienischer Wein auf dieser Liste.

Das Biondi Santi Anwesen und die Weinkeller

Tenuta Greppo, gelegen am wunderschönen Hang des Montalcino, ist über ein Jahrhundert alt. Das Dorf (sowie der Rest von Montalcino) ist Teil des D’Orcia Tals (Val D’Orcia), das im Jahr 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

(Ein kleiner Tipp: Falls Sie je im D’Orcia Tal sind, nehmen Sie sich vor den Carabinieri, also der italienischen Polizei, in Acht!) Als wir durch die Weinkeller gingen, in denen Echos der Winzer längst vergangener Tage widerhallen zu scheinen, deutete unser Übersetzer auf vier alte Fässer. Er erzählte uns, dass sie die Reste der berühmten ersten Jahrgänge der Biondi Santi beinhalten. Heute werden diese Jahrgänge immer noch dazu verwendet, den 6 Monate alten Biondi Santi Weinen “Seele einzuhauchen”. Mir wurde auch die wertvolle Weinsammlung der Biondi Santi gezeigt. Der älteste Jahrgang in der Sammlung ist ein Reserve 1888.

Das Ritual des Auffüllens und Wiederverkorkens bei Biondi Santi

Im Jahr 1927 begann Biondi Santi damit, Originalflaschen berühmter Biondi Santi Reserve Weinjahrgänge aufzufüllen und wieder zu verkorken. Durch das Ersetzen des Korkens und das Auffüllen des Weines, stellt Biondi Santi sicher, dass ihre Weinsammlung korrekt konserviert wird und stets in perfektem Zustand bleibt. Im Jahr 1990 begann Biondi Santi damit, ihren Kunden das Auffüllen und Wiederverkorken als Service anzubieten. Alljährlich im Juni schicken Kunden von Biondi Santo ihre Flaschen berühmter Biondi Santi Jahrgänge nach Tenuta Greppo. Dr. Franco Biondi öffnet jede Flasche und überprüft den enthaltenen Wein auf etwaige Mängel. Jede Flasche, die diese Inspektion besteht, wird mit dem entsprechenden Jahrgang aus der eigenen Sammlung von Biondi Santi Weinen aufgefüllt, mit einem Biondi Santi Korken verschlossen und mit einer roten Biondi Santi Haube versiegelt. Die Flasche erhält außerdem ein Wiederverkorkungs-Zertifikat als Beweis für den perfekt konservierten Zustand des Weins. Flaschen, die seine Inspektion nicht überstehen (d.h. bei der sich aufgrund schlechter Aufbewahrung Mängel finden), werden nicht aufgefüllt. Sie werden mit einem Korken ohne Markenzeichen (ohne Haube) versiegelt und an ihren Besitzer zurück geschickt. Besitzern aufgefüllter Weine werden jeder ml Wein, der beim Auffüllen hinzufügt wurde, und die Arbeitszeit, die das Auffüllen und Wiederverschließen in Anspruch nimmt, verrechnet.

Ein Tipp für Sammler von Biondi Santi Weinen

Während meines Besuchs bei Biondi Santi, wurde mir gezeigt, wie man Biondi Santi Weine richtig serviert. Dieser Wein sollte nicht in einem traditionellen Dekanter dekantiert werden. Statt dessen sollten Sie ihn entkorken, eine kleine Menge Wein einschenken (bis der Flascheninhalt bis zur ‘Schulter’ der Flasche reicht) und ihn anschließend 8 Stunden lang setzen lassen. Prost!

Ein Besuch bei Viticoltori De Conciliis in Kampanien, Italien

July 28th, 2010 von Sébastien Gavillet

Wie ich in meinem Artikel über die Nuschese Weinverkostung geschrieben hatte, lud mich Bruno de Conciliis ein, sein Weingut bei nächster Gelegenheit zu besuchen. Für alle, die Brunos Weingut nicht kennen: Viticoltori de Conciliis befindet sich in Cilento, in der italienischen Region Kampanien.

Kürzlich beschloss ich, Brunos Angebot anzunehmen. Da mir Cilento relativ unbekannt war, beschloss ich, mehrere Tage zu bleiben und diese frühere griechische „Kolonie“ kennenzulernen.

Unsere Reise begann in Neapel, wo wir ein Auto mieteten und uns auf den Weg zu Brunos Weingut machten. Ein Tipp für alle, die noch nie in Neapel waren: vergessen Sie alles, was Sie in der Fahrschule gelernt haben und vertrauen Sie statt dessen Ihren Instinkten. Es gibt in Neapel keine roten Ampeln und Stoppschilder – zumindest nicht für die Einheimischen.

Als wir durch die ländlicheren Gegenden der Provinz Salerno aus der Stadt hinaus fuhren, bemerkten wir, wie der Stress der Großstadt langsam verschwand und sich statt dessen ein Gefühl breit machte, das auch Jamie Oliver gehabt haben muss, als er durch Italien reiste.

Cilento entzückte uns mit seiner malerischen Landschaft, der wunderschönen Küste und den endlosen Reihen von Olivenbäumen, welche die  gesamte  mediterrane Landschaft überziehen. Als wir durch Cilentos Olivenplantagen die Bergstraße hinauf fuhren, konnten wir Blicke auf die Weinberge erhaschen, welche Richtung Mittelmeer ausgerichtet sind.  In diesem Teil Italiens sind die häufigsten Rebsorten Aglianico, Fiano d’Avelino und Falanghina Reben, welche im heißen und sonnigen Klima der Region bestens gedeihen. Als wir das Anwesen der De Conciliis‘ erreichten, wurden wir bereits von Bruno und seinem Hund begrüßt.

Das Viticoltori De Conciliis Weingut wurde 1996 von Brunos verstorbenem Vater gegründet, nachdem Bruno ihn überzeugt hatte, das Geflügelgeschäft aufzugeben und sich statt dessen der Weinproduktion zu widmen. Bruno und seine Familie verließen Mailand, wo Bruno als Architekt arbeitete, und kehrten in seinen Heimatort zurück. Ich erzähle dies, da viele der italienischen Weinproduzenten, welche ich besucht haben und noch besuchen werde, ihre Weingüter entweder geerbt haben oder schon seit Generationen Winzer sind.

Heute ist das De Conciliis Weingut sehr erfolgreich und seine Weine werden in zahlreichen Ländern in der ganzen Welt verkauft. Dieser Erfolg ist vermutlich hauptsächlich der Einzigartigkeit der De Conciliis Familie zu verdanken. Brunos Herangehensweise an die Weinproduktion unterscheidet sich signifikant von der anderer Winzer. Er ändert ständig dieTechnik der Weinproduktion und passt sie den Bedürfnissen der Gegenwart an.

Die De Conciliis’ sind außerdem große Jazz Fans. Daher wurde ein Wein “Naima”  genannt, ein Tribut an das gleichnamige Lied von John Coltrane. Es gibt außerdem einen De Conciliis Wein mit dem Namen “Selim,” was ein Mordnilap des Wortes “Miles”  ist (also das Wort “Miles” rückwärts gelesen) und damit ein Tribut an den Jazzkünstler Miles Davis. Übrigens ist Selim, der zu 70% aus Fiano und zu 30% aus Aglianico besteht, der erste Schaumwein, der jemals in Kampanien produziert wurde – und ziemlich sicher der beste.

Am nächsten Morgen besichtigten wir das Anwesen. Die Schönheit der Landschaft und die  freundlichen Angestellten (die meisten sind Verwandte der De Conciliis‘) machten unsere Tour des Weinguts zu einem unvergesslichen Erlebnis. Olivenbäume säumen das De Conciliis Anwesen, und seine Weinberge teilen sich den Hügel mit Olivenplantagen. Nach unserer Tour durch das Weingut, und nachdem wir Brunos neueste Rebsorten und Verschnitte probiert hatten, machten wir uns auf den Weg zum Markt, um für die Dinner Party einzukaufen, die an diesem Abend im Verkostungsraum des Anwesens stattfinden sollte. Am Markt kauften wir frisch geerntetes Gemüse und noch lebende Fische und Kalamari (Tintenfische) direkt aus den Netzen der Fischer.

Zurück am Anwesen kochten  Bruno, Dino Tantawi (Präsident und Besitzer von Vignaioli Selection, der New Yorker Importfirma von exquisiten Weinen) und ich auf einem mit Holz befeuerten Herd während im Hintergrund Jazzmusik lief. In der Zwischenzeit kamen unsere Familien in Kontakt, unterhielten sich und nippten an fantastischen De Conciliis Weinen, während sie auf das Abendessen warteten. Bon Appétit!

Wine Aromas – Le Nez du Vin

June 29th, 2010 von Sébastien Gavillet

Ich werde oft gefragt, woher ich mir so sicher bin, dass die Aromen, die ich zu riechen behaupte, wirklich diese, und keine anderen, sind. „Ist das wirklich Erdbeere und nicht Himbeere?“, fragen sie dann.

Ich kann verstehen, warum Menschen das Bedürfnis haben, diese Frage zu stellen. Allzu oft werden Weinaromen verwechselt oder fehlinterpretiert, was es schwierig macht, den beschriebenen Wein zu identifizieren. Wie also lernt man, Weinaromen genau zu unterscheiden und zu beschreiben?

Meiner – auf persönlicher Erfahrung beruhenden – professionellen Meinung nach, lässt sich die Unterscheidung von Weinaromen am besten mit dem Weinkenner-Set von Wine Aromas (Le Nez du Vin) erlernen, das von Jean Lenoir entwickelt wurde. Aber dazu kehren wir später zurück. Zunächst wollen wir diskutieren, woher Weine ihre Aromen erhalten, wie professionelle Weinverkoster Weinaromen beschreiben und warum sie bestimmte Beschreibung wählen.

Wie kommen Weine zu ihren Aromen

Weine, oder genauer gesagt die Trauben, die zu ihrer Herstellung verwendet werden, nehmen die Charakteristik ihrer Umgebung (in der Weinfachsprache des Terroirs) an. In der Erde (dem Boden), der Luft und dem Wasser befinden sich aromatische Verbindungen. Im Boden und im Wasser sind außerdem Essenzen des pflanzlichen Lebens, die sich über die Jahrhunderte abgelagert haben. So entstehen die besonderen Aromen, die man in Rot- und Weißweinen aus Frankreich und der ganzen Welt findet.

Die Aromen eines Weins können uns Hinweise auf das Herkunftsland, die Herkunftsregion und sogar auf den Weinberg geben, von dem der Wein stammt. Sie verraten außerdem die zur Herstellung verwendeten Rebsorten, die Techniken der Weinproduktion und die Bedingungen, unter denen der Wein reifte.

Erklärung der Weinaromen und der Beschreibungen der Weinverkoster

Wenn professionelle Weinverkoster sagen, dass sie Erdbeeraromen in einem bestimmten Wein erkennen, meinen sie damit nicht, dass der Winzer dem Rebsaft Erdbeeressenzen hinzugefügt hat (d.h. dass der Wein mit Erdbeer-Geschmacksstoffen angereichert wurde). Sie sagen damit nur, dass der Geruch des Weins dem einer Erdbeere stark ähnelt.

In Wirklichkeit erhalten Weine ihre Aromen durch ihre chemische Zusammensetzung. Es ist jedoch nicht nur eine einzelne chemische Komponente, die zu einem bestimmten Aroma führt. Ein bestimmtes Aroma kann das Resultat einer oder mehrerer Komponenten sein. Es gibt beispielsweise mehrere Komponenten (einzeln oder kombiniert), die Weinen erdbeerähnliche Aromen verleihen – zu ihnen gehören Furaneol, Essigsäureethylester, Buttersäureethylester, Ameisensäureethylester, Hexansäureethylester und Zimtsäuremethylester.

Weinverkoster erwähnen jedoch diese Komponenten in ihren Weinkritiken nicht. Sie sagen schlicht und einfach, dass sie Erdbeeraromen im Wein wahrnehmen, anstatt zu sagen, dass der Wein Furaneol oder eine andere Komponente enthält, die mit Erdbeeraroma üblicherweise in Verbindung gebracht wird. Das macht es leichter für Leser der Weinkritiken, die Informationen aufzunehmen und für ihre Kaufentscheidungen zu verwenden. Im Grunde bewerten professionelle Weinkritiker die Aromen und beschreiben sie auf eine Art und Weise, die für Laien (Nicht-Weinkenner) leicht verständlich ist.

Beispiel:

Ist es nicht einfacher, sich vorzustellen, wie ein Wein schmecken würde, wenn wir eine Weinkritik lesen, die ihn mit Worten unseres täglichen Vokabulars beschreibt? Betrachten Sie zum Beispiel den folgenden Ausschnitt einer Beschreibung des Nuits-St-Georges Premier Cru:

Dieser Rotwein, granatfarben mit rosa Rand, trägt die Aromen von Erdbeere, Himbeere, Kirsche und Lakritze mit einigen rauchigen Noten. Der Wein ist mit einem weichen, nachklingenden Abgang ausbalanciert.

Diese Beschreibung ist klar, einfach und sehr leicht zu verstehen, nicht wahr? Jetzt stellen Sie sich vor, um wie viel komplizierter und unergründlicher diese Kritik des Nuits-St-Georges Premier Cru klingen würde, wenn der Weinkritiker ihn so beschreiben würde:

Dieser Rotwein, granatfarben mit rosa Rand, trägt die Aromen einer oder mehrerer der folgenden Komponenten: Furaneol, Essigsäureethylester, Buttersäureethylester, Ameisensäureethylester, Hexansäureethylester, Zimtsäuremethylester (Erdbeere), Essigsäureethylester, Ameistensäureethylester und Ester (Himbeere), Benzaldehyd-Cyanohydrin (Kirsche), Glycyrrhyzin (Lakritze), Guajakol und 4-Ethylguajakol (Rauch). Der Wein ist mit einem weichen, nachklingenden Abgang ausbalanciert.

Tut Ihnen der Kopf schon weh? Bei einer derartigen Beschreibung, können sich nur Leser mit einem Chemieabschluss vorstellen, wie der Wein in etwa riecht. Jeder Weinkritiker, der solche Kritiken verfassen würde, wäre mit Sicherheit schnell alle seine Leser, Abonnenten und Follower los (und das zurecht).

Das Weinkenner-Set von Wine Aromas

Lassen Sie uns nun zu unserer ursprünglichen Frage zurückkehren. Wie lernen wir, bestimmte Weinaromen zu unterscheiden und zu beschreiben? Die Antwort ist einfach: benutzen Sie das Weinkenner-Set von Wine Aromas (Le Nez du Vin).

Wine Aromas - Le Nez du Vin 54 Aroma Master Kit

Das Weinkenner-Set von Wine Aromas (Le Nez du Vin) ist die wichtigste Ausstattung für jeden, der lernen möchte, wie spezifische Aromen in Weinen genau identifiziert werden. Mit Hilfe des Sets (und natürlich Zeit und Übung) erlernen Sie die universelle Weinsprache, erkennen und beschreiben Weinaromen richtig, und lernen Weinarten und Ursprungsorte von Weinen zu identifizieren. Außerdem wird das Weinkenner-Set auch Ihre Wertschätzung von Weinen erhöhen.

Weitere Informationen über Wine Aromas / Le Nez du Vin erhalten Sie auf der Seite www.winearomas.com.

Prost!

Hinweisr: (der Autor dieses Beitrags) ist der leitende Weinexperte bei Wine Aromas Inc, dem offiziellen Vertreiber des Weinkenner-Sets Le Nez du Vin.

“Swiss Wines in the City” – Schweizer Weine in New York City

May 26th, 2010 von Sébastien Gavillet

Es war eine seltene Gaumenfreude für Liebhaber von Schweizer Weinen. Am 3. Mai fand in der City Winery in New York City die Veranstaltung Swiss Wines in the City statt.

Das Konzept:

Eine phantastische und originelle Idee – typisch schweizerisch eben: eine Weinabfüllungs-Party, um Schweizer Weine in New York City zu bewerben! Die ursprüngliche Idee stammt von der schweizerischen Weinjournalistin Chandra Kurt. Sie gab diese dann an zwei weltbekannte Schweizer Weingüter, Jean-René Germanier und Provins weiter, welche beide sofort zustimmten, ihre Weine bei einer besonderen Veranstaltung in der City Winery abfüllen zu lassen.

Der Veranstaltungsort

Die City Winery, im Herzen von Soho gelegen, ist die einzige Winzerei in New York City. Sie wurde 2008 von Michael Dorf gegründet. Es ist eine komplett ausgestattete Winzerei, die Weine aus Trauben aus aller Welt herstellt. Der französische Winzer David Lecomte leitet das professionelle Winzer-Team der City Winery. Wenn Sie das nächste Mal dort sind, probieren Sie einmal seinen Petite Syrah. Sie werden kaum glauben, dass Sie einen Wein trinken, der in New York City hergestellt wurde. Die City Winery ist ein großartiger Ort um Menschen zu treffen, vor Ort hergestellte Weine zu verkosten und Livemusik zu hören. Künstler wie Suzanne Vega und Elvis Costello sind hier bereits aufgetreten. Oder möchten Sie auch einmal versuchen Wein herzustellen?  Die City Winery bietet jungen Winzern und Hobby-Winzern die Möglichkeit, ihre eigenen Weine herzustellen.

Die Weine:

Für die Abfüllung wurden zwei Weine, einer pro teilnehmender Winzerei, ausgesucht. Einer davon ist ein Weißwein, ein Petite Arvine „Cru des Domaines“ 2007 von Provins. Der andere ist ein Rotwein, ein Syrah „Cayas“ 2008 von Jean-René Germanier (lesen Sie hierzu meinen Artikel über die Winzerei Jean-René Germanier, in dem Sie auch eine Weinkritik und Notizen von meiner Weinverkostung finden). Je ein Fass dieser beiden Weinen wurde von Laurent Crolla (von Swiss Cellars, einem Vertrieb für Schweizer Weine) nach NYC in die Vereinigten Staaten transportiert.

Die Party:

Winzer, Sommeliers, Weinexperten, Feinschmecker, Weinimporteure, Weinliebhaber und Medienvertreter waren unter den Eingeladenen dieser Veranstaltung, der ersten ihrer Art für Schweizer Weine. Swiss Wines in the City begann mit einer „Weinabfüllungs-Party“. Die ging genauso vor sich, wie Sie sich das wahrscheinlich vorstellen: die beiden oben beschriebenen Weine wurden direkt vor den Augen der Gäste in Flaschen abgefüllt. Auf das Abfüllen folgte eine Dinnerparty. Im Lauf des Abends konnten die Gäste konnten eine Vielzahl von Weinen aus den Weinkellern von Provins und Jean-René Germanier verkosten.

Zum Abschluss:

Nach dem Dinner gingen wir ins Terroir, der neuesten Weinbar von Paul Grieco und ein echter New Yorker Hotspot, in Tribeca. Wir kamen genau rechtzeitig an, um einige der Schweizer Weine mit Sommeliers und Restaurantkritikern aus dem ganzen Land zu teilen, die gerade zur 2010-Preisverleihung der James Beard Foundation eingetroffen waren.

Prost!

Jean-René Germanier – Ein erstklassiges Schweizer Boutique Weingut

May 19th, 2010 von Sébastien Gavillet

Als ich meine Reise ins Herz des einzigen Grand-Cru-Weinanbaugebiets der Schweiz fortsetzte, traf ich Gilles Besse von Jean-René Germanier. Er ist, meiner bescheidenen Meinung nach, einer der Schweizer Top-Winzer.

Die Jean-René Germanier Weingut

La Cave Jean-René Germanier wurde 1886 gegründet, als Urbain Germanier seine ersten Weinberge bepflanzte und ein Weingut in Vétroz gründete, einem kleinen Dorf im Herzen von Valais (weitere Informationen zu dieser Region finden Sie im Post Die Winzerei Rene Favre & Fils). Heute stellen die Önologen der 3. und 4. Generation, Jean-René Germanier und Gilles Besse, Weine her, die sich mit Weinen der weltbesten Winzer messen können – auch wenn Jean-René Germanier jetzt meist als Politiker tätig ist, nachdem er in das schweizerische Parlament gewählt wurde – sein Begeisterung für Weine und sein Engagement sind aber geblieben. Neben seinen Weinen ist das Anwesen Germanier auch für seinen bemerkenstwerten Obstbranntwein (eau die vie) berühmt. Ein weiterer Vorfahre der Germaniers, Francis Germanier, war der erste, der aus den heute weltbekannten Williams-Birnen eau die vie herstellte und damit Germaniers Bon Père William erschuf.

Die Rebsorten der Germaniers

Das Anwesen Jean-René Germanier stellt sowohl Weiß- als auch Rotweine her. Hier sehen Sie eine Liste der Rebsorten, die von den Germaniers für die Weinherstellung verwendet werden:

Weißwein-Rebsorten

- Amigne

- Arvine

- Chasselas (Fendant)

- Petite Arvine

- Chardonnay

- Humagne Blanche

Rotwein-Rebsorten

- Humagne Rouge

- Cornalin

- Merlot

- Gamaret

- Diolinoir

- Cabernet Sauviginon

- Gamay

Besondere Germanier-Weine

Jean-René Geranier und Gilles Besse sind in der Schweiz und in der ganzen Welt wegen Ihrer fantastischen, preisgekrönten Weine zu Stars geworden. Cayas, Champmarais und Mitis sind nur drei dieser bemerkenswerten Germanier Weine.

Cayas Syrah du Valais: Weinkritik und Notizen von der Weinverkostung

Cayah Syrah du Valais ist ein reinsortiger Syrah Rotwein. Er ähnelt großartigen Côte-Rôties vom Rhein oder Crozes Hermitage Weinen, doch er übertrifft sie fast alle.

Cayas hat eine intensive granatfarbene Erscheinung. Er ist sehr elegant, die Nase ist komplex, jedoch überraschend delikat für so einen vollmundigen Weint. Er trägt Aromen von schwarzer Johannisbeere, Brombeere, roter Johannisbeere, einigen Gewürzen (mit einem Hauch von Lakritze und Pfeffer), Leder, Vanillin und eine leichte  erdige, mineralischer Note.

Er zeigt eine beinahe perfekte Balance zwischen dem Säuregehalt und Tanninen, was dem Cayas, für einen Syrah überraschende, Frische und einen harmonischen Abgang verleiht. Kurz ausgedrückt, ist dies ein Wein,von dem man ein Glas nach dem anderen trinken kann,ohne sich je dabei überwinden zu müssen.

Einen Beweis für seine Exzellenz stellen die Preise dar, die dieser Wein bereits erhalten hat. Darunter befindet sich auch eine Goldmedaille von Vinalies Internationales Paris und eine Goldmedaille mit Auszeichnung für die Platzierung unter den Top 10 Syrahs bei Syrah du Monde 2009. Der Wein ist außerdem der einzige Schweizer Wein, der in der Weinliste des berühmten La Tour d’Argent in Paris verzeichnet ist.

Wie Sie wissen, ist das Ziel meiner Reise in die schweizerischen Weinanbaugebiete, Ihnen einzigartige Schweizer Weine vorzustellen. So bemerkenswert der Cayas ist, bleibt er trotzdem ein reinsortiger Syrah Wein – und Syrah ist keine Weinsorte, die ursprünglich aus der Schweiz stammt.

Falls Sie sich nach original Schweizer Weinen sehnen, dann ist meine Besprechung der nächsten beiden Germanier-Weine genau das Richtige für Sie: Cornalin de Champmarais und Mitis Amigne de Vétroz.

Cornalin de Champmarais: Weinkritik und Notizen von der Weinverkostung

Cornalin de Champmarais ist ein Rotwein. Wie sein Name nahelegt, wird er aus der Schweizer Rebsorte Cornalin hergestellt.

Jeder, der schon einmal einen Cornalin-Wein getrunkten hat, wird Ihnen sagen, dass Cornalin-Weine häufig eine großartige Nase und einen einzigartigen Abgang haben, jedoch dazu neigen, auf dem Mittelgaumen einige Mängel zu zeigen. Hier jedoch ist das nicht der Fall. Sie wären vom Champmarais angenehm überrascht, da er alle positive Eigenschaften reinsortiger Coranlin-Weine in sich vereint, jedoch keinen seiner typischen Mängel aufweist. Kein Wunder, dass der Cornalin de Champmarais zu der wachsenden Liste von Germanier-Weinen gehört, die mit einer Goldmedaille von Viniales Internationales Paris ausgezeichnet wurden.

Der Cornalin de Champmarais verdankt seinen vollen Körper der Auswahl der verwendeten Trauben sowie einem einzigartigen Gärungs- und Reifungsprozess. Bei Cave Jean-René Germanier stammen alle verwendeten Reben von einem einzigen Weinberg, was strenge Qualitätskontrollem möglich macht. Die verlesenen Cornalin-Reben werden in 400-Liter-Behältern aus junger Eiche fermentiert. Auch der daraus entstehende Wein wird danach in 400-Liter-Fässern aus junger Eiche 2 Jahre lang gelagert (gealtert).

Champmarais ist ein hellroter Wein mit purpurfarbenen Einschlägen. Er ist ein reicher, komplexer und hocharomatischer Wein mit einem exzellenten Alterungspotenzial. Er trägt die Aromen von Himbeere, schwarzer Johannisbeere, Morellokirsche und einem Hauch von Gewürzen (Pfefferkorn, Vanille). Auf dem Gaumen wirkt der Wein elegant und samtig mit perfekt integrierten Frucht- und Holztanninen. Es wird Ihnen schwer fallen, diesen Wein nur in Maßen zu genießen.

Mitis Amigne De Vétroz: Weinkritik und Notizen von der Weinverkostung

Mitis Amigne De Vétroz, ein reinsortiger Amigne-Weißwein, ist ein weiterer Premium-Wein vom Anwesen Germanier. Dieser liebliche Dessertwein, der aus edelfaulen Trauben gewonnen wird, altert bis zu 18 Monate lange in frischer Eiche auf seinem Trub. Dieser Wein macht den besten österreichischen und deutschen Weinen derselben Art Konkurrenz. Und tatsächlich wurde der Mitis Amigne De Vétroz 2007 erst kürzlich auf der Vinalies Internationales Paris 2010 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Dieser bernsteinfarbene, vollmundige Wein trägt Aromen von Quittenkonfekt, Linde, honiggerösteten Haselnüssen, einem Hauch Cointreau-ähnlicher Orangenschalen und einer zarten Spur Vanilleknospen. Dieser saftige Wein umhüllt den gesamten Gaumen und hinterlässt einen weichen, nachklingenden Abgang von Caramel oder Toffee. In einem Wort: WOW! Selbst beim Schreiben läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Die Germanier Winzerei und der Weinkeller

Alle Germanier-Weine werdem auf dem Germanier Weingut hergestellt, gelagert und in Flaschen abgefüllt. Rote und weiße Weinsorten werden separat aufbewahrt und jede Sorte hat ihren eigenen “Betreuer”. Die Jean-René Germanier Winzerei  ist eine moderne Produktionsstätte. Sie wurde im Laufe der Jahre mehrmals modernisiert, um der wachsenden Nachfrage nach ihren Weinen gerecht zu werden. Auch für die nächste Zukunft sind weitere Neuerungen geplant.

Germanier Weine sind im eleganten Verkostungsraum käuflich zu erwerben, der groß genug für größere Veranstaltungen ist. Falls Sie je in der Nähe sind, empfehle ich Ihnen dringend, sich die Zeit für einen Besuch bei der Jean-René Germanier Winzerei  zu nehmen und ihre Weine zu verkosten. Sie können ihnen ruhig sagen, ich hätte sie Ihnen empfohlen.

Es gibt da nur eine Sache: trinken Sie bitte verantwortungsvoll. Es gibt in diesem Verkostungsraum so viele großartige Weine, dass es Ihnen sicher schwerfallen wird, sie alle auszuspucken. Sie glauben mir nicht? Sie können ruhig meinen Vater fragen, der bei diesem Besuch dabei war. Sagen wir einfach, die verkosteten Weine schmeckten ihm zu gut, um danach noch Auto fahren zu können…

Prost!

René Favre & Fils – Die Prinzen des Petite Arvine

May 06th, 2010 von Sébastien Gavillet

Zu meiner Reise durch die Schweiz gehörte auch ein Zwischenstopp in St. Pierre-de-Clages, einem Dorf in der Gemeinde Chamoson im Kanton Wallis. Dort traf ich Mike und John (Jean-Charles) Favre von der Winzerei René Favre et Fils (René Favre und Söhne).

Die Weinregion St. Pierre-de-Clages, Chamoson

Das Weinanbaugebiet St. Pierre-de-Clages und Chamoson ist die größte Weinregion im Wallis und beherbergt etwa 30 verschiedene Rebsorten. Der Boden in diesem Gebiet besteht zum Großteil aus Kalkstein. Die Weinberge liegen am rechten Ufer des Rheins und die meisten von ihnen haben eine leicht abschüssige Lage.

Die einzigartige Ausrichtung der Weinberge in St.-Pierre-de-Clages – Chamoson in Richtung Süden, ermöglicht eine richtige Durchreifung der Reben. Genau im Herzen dieses Weinanbaugebiets liegt das Anwesen der Winzerei René Favre et Fils.

Die Winzerei René Favre & Fils

Die Winzerei René Favre & Fils spezialisiert sich auf Petite Arvine Weine, die aus den ältesten Petit Arvine Weinreben der Welt gewonnen werden. Diese Familienwinzerei wird derzeit von den Favre Brüdern Mike und John betrieben.

John Favre studierte zunächst auf der landwirtschaftlichen Schule in Chateauneuf im Wallis. Danach besuchte er die École Superieure de Changins, die beste Önologie-Fachhochschule der Schweiz.

Mike Favres Werdegang ist vollkommen anders. Er studierte Ökonomie, bevor er Önologie und Weinanbau auf der staatlichen Fachhochschule studierte. Danach ging er in die Vereinigten Staaten, wo er 7 Jahre lang lebte und Weine produzierte, bevor er in die Schweiz und zum Familiensitz zurückkehrte. Heute ist Mike neben anderen Aufgaben Vizedirektor von Vinofed.

Mike und John Favre stellen die neue Generation von Weinbauern dar – wagemutig, fortschrittlich und mit großer Leidenschaft für ihre Weine und Weinreben. Sie revolutionieren die Weinwirtschaft durch die Entwicklung und Anwendung neuer Techniken des Weinanbaus und der Weinherstellung.

Die Favre Weine

Die Favre Weinberge können leicht an der Art erkannt werden, wie die Weinstöcke gesetzt sind. Diese werden in zwei engen Reihen und einer breiteren Reihe gepflanzt (siehe Bildergalerie).

Der Grund für diese Art des Anbaus ist deren Effizienz. Einerseits ermöglicht diese Konfiguration den Traubenpflückern einen besseren Zugang zu den Trauben, andererseits können die Stöcke so leichter von einer Spezialmaschine erreicht werden, die überschüssige Blätter entfernt. Das Entfernen überschüssiger Blätter verbessert die Luftzirkulation im Weinstock, wodurch Fäulnis und anderen Weinkrankheiten vorgebeugt wird. Aus diesem Grund benötigen die Favres auf ihren Weinbergen keine Pestizide.

Tatsächlich gehören die Favre Weinstöcke zu den saubersten Weinbergen, die ich je gesehen habe (überzeugen Sie sich anhand der Fotos in der Bildergalerie selbst davon) – und ich habe auf meinen vielen Reisen eine Menge Weinberge in der ganzen Welt gesehen.

Die Favre Weine und ihre Weinproduktion

Die Winzerei René Favre & Fils stellt eine Vielzahl verschiedener Weine her. Ihre Weißwein-Produktion besteht hauptsächlich aus Petite Arvine, Johannisberg (Sylvaner) und Fendant (Chasselas). Die  Rotweinproduktion beinhaltet dagegen zum Großteil Pinot Noir, Gamay, Humagne Rouge, Merlot, Syrah und Diolinoir.

Alle Favre-Weine werden auf dem Anwesen vinifiziert und jeder von ihnen wird in rostfreien Stahlfässern vergoren. Die meisten Weißweine kommen nie mit Eiche in Berührung, dafür jedoch die Rotweine. Das Profil der Favre-Weine ist ein für die Region typisches – mit Ausnahme einiger Weinverschnitte, die Mike und John für den internationaleren Geschmack entwickelt haben.

Mein persönlicher Liebling unter den Favre-Weinen ist der Altstock-Petit Arvine (d.h. ein Petite-Arvine-Wein, der aus Trauben von sehr alten Petite-Arvine-Weinstöcken hergestellt wird). Dieser Wein ist frisch, hat einen mittleren Körper und eine hervorragend ausgeglichene Säure. Er trägt die Aromen von Zitrone, Grapefruitschale, Rhabarber und zeigt auch einige blumige Noten. Auch ist seine Mineralität (Kalkstein) sowie ein angenehmer Salzgehalt deutlich auf dem Gaumen wahrzunehmen.

Mein absoluter Favorit unter den Rotweinen ist der Rennommée St. Pierre, der für einen schweizerischen Pinoir Noir überraschend reichhaltig und fruchtig  schmeckt. Dieser Wein wird 18 Monate in Eiche gelagert (gealtert) und ich lege ihn Pinot-Liebhabern ausdrücklich ans Herz.

Das wär’s vorerst. Halten Sie nach weiteren Artikeln über Schweizer Winzer und Weine Ausschau. In der Zwischenzeit können Sie sich die ersten Posts aus der Schweizer-Serie durchlesen: „Ein paar Fakten zu Weinen aus der Schweiz“ und „Die Winzerei Adrian und Diego Mathier

Prost!

Die Winzerei Adrian und Diego Mathier

March 23rd, 2010 von Sébastien Gavillet

Wie Sie bereits in meinem Artikel “Ein paar Fakten zu Weinen aus der Schweiz” gelesen haben, war ich kürzlich in der Schweiz. Ich hatte dort ein halbes Dutzend Winzer getroffen und ihre Weingüter besucht. Das Weingut von Adrian und Diego Mathier war eine der Winzereien auf meiner Reiseroute.

Die Mathier-Familie und ihr Weingut

Das Weingut von Adrian und Diego Mathier liegt in Salquenen, im Schweizer Kanton Wallis. Die Mathier-Familie wohnt bereits seit 1387 in diesem Weindorf, seit vier Generationen stellen die Mathiers Wein her. Ihr Weingut erstreckt sich auf über 25 Hektar Weinberge in Salquenen und Chamoson.

Für die Mathiers ist Wein mehr als pures Geschäft. Er bestimmt ihr Leben. Wie bei anderen Schweizer Weinherstellern ist Qualität die oberste Priorität für die MathierWinzerei.

Der besondere Boden von Salquenen

Der Salquenener Boden ist im Wallis einzigartig, da er reich an Kalk und Magnesium ist. Der Boden in den meisten anderen Weingebieten im Wallis weist einen hohen Schiefer- und Kiesgehalt auf.

Besonderheiten der Weinproduktion

Die Reben werden nicht zerdrückt. Es wird statt dessen eine Zentrifuge benutzt, um die Trauben von ihren Stengeln zu trennen. Nach der Fermentierung werden die Trauben unter pneumatischem Druck gepresst (unter 1.5 bar).

Die Winzerei Mathier wendet an, was ich als eine „Fermentation einzelner Parzellen“ bezeichnen würde, da die Trauben jedes einzelnen Bereichs (Parzelle) des Weinbergs  einzeln fermentiert werden – diese Vorgehensweise steht im Gegensatz zu einer Vermischung aller Trauben derselben Rebsorte des gesamten Weinbergs. Dadurch können die Mathiers experimentieren – sie können Reben besserer Qualität von Reben minderer Qualität besser trennen.

Die Mathier Familie chaptalisiert ihren Wein nicht. Die Mathier Weinberge genießen annähernd 330 Sonnentage im Jahr! Zusätze können im Verlauf des Weinproduktion hinzugefügt werden. Zu solchen Zusätzen gehören Hefe, Schwefeldioxid, Kohlendioxid, Kalkdioxid und Klärmittel.

Wein kann oder kann nicht in Eiche gealtert werden. Wenn Eiche verwendet wird, greift man dabei auf französische Eiche zurück. Die Mathier-Familie verwendet die Sorte Quercus petraea (Traubeneiche) und  Quercus robur (Stieleiche).

Weinproduktion

Die Mathier Familie produziert mehr als 45 verschiedene Weinsorten und Destillate. Einer ihrer bemerkenswertesten Weine ist der Gletscherwein (vin du glacier), ein Späternten-(Edelfäule-)Wein, der in Eiskammern, welche in den Aletsch-Gletscher gebohrt wurden, aufbewahrt wird. Diese Eiskammern stellen eine perfekte Aufbewahrungsmethode für Späternte-Weine dar. Das Eis fungiert als elektromagnetisches Schutzschild für den Wein. Diese Tatsache, sowie die niedrige Umgebungstemperatur (nur knapp über dem Gefrierpunkt) und die hohe Luftfeuchtigkeit tragen zur Konservierung des Weins bei.

Die Anlagen zur Weinherstellung auf dem Gut der Mathier Familie sind hochmodern und in sehr gutem Zustand (kein Wunder, schließlich sind wir hier in der Schweiz). Kleine Behälter aus rostfreiem Stahl werden von den Mathiers für die Fermentierung (Gärung) des Ertrags aus den einzelnen Parzellen verwendet (siehe Abschnitt ‘Besonderheiten der Weinherstellung’). Im Verlauf der letzten Jahre sind auf dem Gut massive Bau- und Renovierungsarbeiten durchgeführt worden. Dadurch wurden die Betriebsprozesse erheblich modernisiert und die Produktivität erhöht, ohne dabei die Qualität negativ zu beeinflussen.

Der Weinverkostungsraum bei Adrian und Diego Mathier ist öffentlich zugänglich. Sie sollten also einen Zwischenstopp einlegen, wenn Sie das nächste Mal in der Schweiz und in der Nähe des Wallis sind.  Vielleicht sind Sie dann auf dem Weg in das Skigebiet Crans-Morana oder nach Zermatt, wo der berühmteste Gipfel der Schweiz (wenn nicht der ganzen Welt), das Matterhorn, beheimatet ist. Oder vielleicht reisen Sie dann ja mit dem Zug nach Italien – wohin Sie auch auf dem Weg sind, Sie sollten bei Adrian und Diego Mathier eine Pause einlegen und einige der preisgekrönten Weine verkosten. Im Laufe der Jahren haben ihre Weine mehr als 150 Goldmedaillen gewonnen. Ich lege Ihnen diesen Zwischenstopp sehr ans Herz.

Prost!

Interessante Informationen über Schweizer Weine

March 17th, 2010 von Sébastien Gavillet

Außerhalb der Schweiz ist nicht sehr viel über Schweizer Weine bekannt. Wenn Menschen an die Schweiz denken, fallen ihnen meist Skifahren, Schokolade, Käse, Uhren und Privatbanken ein. Wo passt da Wein hin und warum wissen wir so wenig darüber?

lavaux vineyards

Weinberge in Lavaux, Vaud, Schweiz.

Wieviel Wein produziert die Schweiz?

Um die Schweizer Weinproduktion besser greifbar zu machen, werde ich sie mit Kalifornien vergleichen. Die Schweiz produziert etwa 1.1 Millionen Hektoliter Wein im Jahr. Kalifornien andererseits produzierte im Jahr 2008 etwa 20.6 Hektoliter Wein. In anderen Worten beträgt die Schweizer Weinproduktion nur etwa 5% der kalifornischen. Es liegt auf der Hand, dass die Schweizer Weinproduktion deutlich geringer ist als die Produktion Kaliforniens. Trotzdem – wenn Sie die Bevölkerungszahl der Schweiz betrachten, werden Sie feststellen, dass die Schweiz im Grunde sogar sehr viel Wein produziert. Sie stellt nämlich mehr als 21 Flaschen Wein pro Jahr und Einwohner her.

Wieviel Wein exportiert die Schweiz?

Über 4 Gallonen Wein pro Kopf scheint viel – vor allem, da Menschen unter 18 für gewöhnlich keinen Wein trinken. Die Schweiz exportiert wahrscheinlich den größten Teil davon – aber tut sie das wirklich?  Nein, tut sie nicht. Der Schweizer Weinexport ist nämlich stark limitiert, das Angebot deckt nicht mal die Nachfrage. Schweizer trinken 4 mal mehr Wein als Amerikaner. Daher muss die Schweiz sogar etwa 1.7 Hektoliter Wein importieren, nur um die Nachfrage ihrer Einwohner decken zu können. Kurz gefasst: die Einwohner der Schweiz lieben ihre Weine so sehr, dass sie nur sehr wenig davon für den Export freigeben. Die Schweiz exportiert nur 1.5% der Weine, die sie produziert. Im Gegensatz dazu exportierte Kalifornien nach Angaben des amerikanischen Handelsministeriums im Jahr 2006 über 21% (3.8 Millionen Hektoliter) ihrer Weinproduktion.

Warum also wissen wir so wenig über Schweizer Weine? Ganz einfach: beinahe die gesamte Menge wird im Land selbst konsumiert. Nicht viele Menschen außerhalb bekommen die Möglichkeit, diese Weine zu probieren oder überhaupt von ihnen zu erfahren.

Interessantes kleines Detail: obwohl die Nachfrage nach Schweizer Weinen sehr hoch ist, bleiben die Preise für relativ niedrig. Die Preise für die meisten Schweizer Weine liegen zwischen 12 und 30 US Dollar.

Schweizer Rebsorten

Die Schweiz ist bekannt für den Anbau der Rebsorte  Chasselas, einer Weißwein Rebsorte, die in Europa oft für die Herstellung von Tafelweinen verwendet wird. Aus irgendeinem Grund (Klima/Boden) fühlen sich die Chasselas Reben in der Schweiz besonders wohl. Schweizer Chasselas Weine sind delikat und elegant, mit einer großartigen Mineralität. Anfänglich wurde angenommen, dass alle Schweizer Chasselas Weine jung getrunken werden sollten (innerhalb der ersten zwei Jahre). Sommeliers haben aber entdeckt, dass einige Chasselas Weine von tollen Produzenten und guten Ernten auch im Alter von 15 Jahren sehr gut zu trinken sind. Diese Rebsorte ergibt großartige Weine des Typs Chenin Blanc/Viognier. Die Schweiz verfügt über einige einheimische Weinsorten und hat auch einige Rebsorten gekreuzt. Etwa 190 Rebsorten werden heute in der Schweiz angebaut. Die am häufigsten kultivierten Sorten sind (in der Reihenfolge ihrer Relevanz und nach Weintyp kategorisiert):

Rotweine:

Pinot Noir (52%), Gamay (19%), Merlot (12%), Gamaret (4%), Garanoir (2%), Syrah (2%)

Humagne Rouge, Diolinoir und ca. über 50 weitere, nicht angeführte Rebsorten ergeben einen Anteil von 9%.

Weißweine:

Chasselas (66%), Müller-Thurgau (8%), Chardonnay (5%), Sylvaner (4%), Pinot Gris (2.5%)

Amigne, Pinot Blanc (Malvoisie), Charmont, Humagne Blanche, Petite Arvine, Riesling, Gewürztraminer, Heida (Paien) und etwa 70 weitere, nicht angeführte Rebsorten ergeben zusammen einen Anteil von 14,5%.

Die Geschichte der Schweizer Weine geht bis ins Jahr 3000 v. Chr. zurück. Laut Aufzeichnungen begann der Schweizer Weinbau und die Weinproduktion zur Zeit des römischen Imperiums. Wir haben die unglaublichen heutigen Terrassen-Weinberge im Lavaux Mönchen zu verdanken. Einige dieser Weinberge gehören jetzt zum UNESCO-Weltkulturerbe (aufgenommen im Jahr 2007, UNESCO ref 1243).

Weitere Fakten und Details zur Schweizer Weinkultur folgen in Kürze.

Dies ist erst der Anfang. Erwarten Sie bald weitere Blog-Artikel über meine Reise ins Herz der Schweizer Weinproduktion.

Prost!

Was sind Super-Toskaner?

March 09th, 2010 von Sébastien Gavillet

Eine gute Frage, auf die es eine sehr einfache Antwort gibt. Super-Toskaner sind toskanische (also italienische) Weine mit folgenden Eigenschaften:

  • Mindestens 85% des Super-Toskaners bestehen aus Reben, die in der Toskana angebaut wurden, um die IGT-Klassifikation zu erhalten
  • Die Produktion des Super-Toskaners richtet sich nicht nach den regionalen Apellations-Richtlinien.

montepulciano-tuscany Blick auf den Montepulciano, Toskana

Was bedeutet das nun genau? Die Hersteller von Super-Toskaner Weinen greifen nicht auf den Sangiovese als Haupt-Rebsorte zurück. Statt dessen nutzen sie andere Rebsorten (am häufigsten Bordeaux-Arten), wie zum Beispiel Cabernet Sauvignon und/oder Merlot. Dadurch kommen sie für die Klassifikationen DOC (Denominazione di Origine Controllata) oder DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) nach geltenden lokalen Apellations-Richtlinien nicht mehr in Frage. Trotzdem können Super-Toskaner noch die IGT-Klassifikation (Indicazione Geografica Tipica) erhalten.

Einige der teuersten Weine aus der Toskana sind Super-Toskaner Weine, wie zum Beispiel der Sassicaia, Tignanello, Solaia, Magari, Ornellaia und Picconero. Prost!